Erkältung, grippale Infekte - eine der häufigsten Krankheiten im Kindesalter

Wir Erwachsenen merken schnell wenn sich eine Erkältung anbahnt: oft fühlen wir uns schwächlicher, ein Kratzen im Hals macht sich bemerkbar, die Nase läuft oder ist verstopft und teilweise kommt noch Fieber hinzu. Einer Erkältung auszuweichen hat man meistens keine Chance. Fast unausweichlich trifft sie einen im Laufe des Herbstes oder Winters. Erkältungen entstehen dann, wenn Erreger (meistens Viren), während Ihr Baby unterkühlt ist oder Zugluft abbekommt, die Schleimhäute befallen.

Bei Babys ist die Anfälligkeit für Erkältungen besonders hoch, weil ihr Immunsystem noch nicht so stark ausgeprägt ist. In den ersten Wochen nach der Geburt ist das Baby mit einem Immunschutz ausgestattet, dass es im Wesentlichen durch Antikörper, den Immunglobulinen (Ig), der Mutter mitbekommen hat. Der Austausch erfolgte über die Blutversorgung durch die Plazenta. Weil das Immunsystem des Babys noch schwach ist und der Aufbau eigener Abwehrzellen praktisch noch auf Sparflamme läuft, spricht man bei Neugeborenen von einer Leihimmunität. Wird das Kind gestillt, erhöht sich nach einhelliger Studienlage der Immunschutz noch weiter. Auch wenn sich Babys eine Erkältung einfangen, läuft diese bei gestillten Kindern in den meisten Fällen milder ab.

Wie macht sich eine Erkältung bei Babys bemerkbar?

Wenn Ihr Baby doch nur sprechen könnte, dann könnte es Ihnen sagen was es hat.  So aber müssen Sie genau auf Ihr Baby achten. Eine Erkältung zeigt sich bei an den folgenden typischen Symptomen, die Sie als Eltern erkennen können:

  • Verstopfte oder laufende Nase
  • Sind die Schleimhäute geschwollen, erschwert sich die Atmung. Meistens ist das hörbar, z.B. durch ein Röcheln, wenn das Baby schläft
  • Das Baby lässt sich nur schwer beruhigen und weint häufiger
  • Husten
  • Das Baby ist unruhig beim Stillen, weil es durch die verstopfte Nase nicht genügend Luft einatmen kann. Das Baby muss sich daher immer wieder von der Brust lösen, um aus dem Mund zu atmen. Zwangsläufig führt das dazu, dass weniger Muttermilch aufgenommen wird. Teilweise wird das Lösen von der  Brust fälschlicherweise gedeutet, das Kind wäre satt. Das Kind ist nun zusätzlich hungrig und beginnt zu quengeln.
  • Teilweise hat das Baby auch Fieber

 

Was hilft bei einer Erkältung?

„Drei Tage kommt sie, drei Tage bleibt sie, drei Tage geht Sie“. Diese alte Volksweisheit zur Dauer einer Erkältung ist uns wohl allen bekannt. Und tatsächlich kommt das nah an die durchschnittliche Verweilzeit einer Erkältung hin, die zwischen sieben und zehn Tagen  liegt – nur schwerere Einzelfälle können mehrere Wochen dauern.

Baby_beruhigen Foto: © "chalabala / Fotolia.com"

Wie beruhige ich mein Baby?

Lesen Sie mehr, wie Sie Ihr Baby beruhigen können.

Sie können einiges tun um die Symptome eine Erkältung bei Ihrem Baby zu lindern.

Je nachdem wie sich die Erkältung äußert, bieten sich folgende praktische Tipps an, um dem Baby eine Linderung zu verschaffen:

 

Hilfe bei Schnupfen

  • Muttermilch: Wenn Sie Ihr Baby stillen, dann empfiehlt sich ein einfacher Trick: Träufeln Sie dem Baby Muttermilch in die Nase. Die Antikörper der Muttermilch helfen dabei die Schleimhäute abschwellen zu lassen.
  • Bestimmte Nasensprays sind aufgrund der Inhaltsstoffe für Babys ungeeignet und teilweise sogar schädlich. So können die Zusätze bei abschwellend wirkenden Nasensprays ungewünschte Nebenwirkungen haben.  Unbedenklich sind Nasensprays aus Kochsalzlösung.

 

Hilfe bei Fieber

Fieber ist eine natürliche Reaktion des Körpers und hilft Bakterien und Viren abzutöten, deshalb muss man nicht jedes leichte Fieber gleich senken. Man spricht ab 37,5°C von subfebrilen Temperaturen und ab 38°C von Fieber. Kleine Kinder bekommen aufgrund der noch nicht ausgereiften Temperaturregulation auch häufig mal höheres Fieber. Auch im Anschluss an eine Impfung kann es im Rahmen einer Impfreaktion zu Fieber kommen.

 

Wie Fieber messen?

Fieber misst man bei Babys im Po, da nur hier ein genaues Ergebnis erzielt werden kann. Da das für das Baby nicht immer angenehm ist, empfiehlt sich für die Messung ein Digitalthermometer, weil es sehr schnell und recht exakt misst. Messen Sie nicht zu häufig die Temperatur. So lange es Ihrem Baby gut geht, es lacht, trinkt, spielt und aufgeweckt wirkt, ist es nicht schlimm krank. Häufig reicht es auch aus die Stirn des Babys zu fühlen. Wenn sich diese ungewöhnlich heiß anfühlt, sollten Sie messen.

 

Wann sollten Sie etwas gegen das Fieber tun?

Ab 38,5°C, spätestens wenn das Fieber über 39°C steigt, sollten Sie das Fieber senken. Dies kann man mit Paracetamol-Zäpfchen, die man häufig auch schon vom Kinderarzt nach der ersten Impfung erhält. Wenn Sie jedoch die Ursache des Fiebers nicht kennen oder weitere Symptome hinzukommen, sollten Sie den Kinderarzt kontaktieren. Insbesondere wenn Ihr Baby apathisch / teilnahmslos wirkt.

Weitere Maßnahmen bei Fieber sind:

  • Tragen Sie Ihr Baby und zeigen Sie ihm viel Zuneigung, helfen Sie ihm in den erholsamen Schlaf zu finden
  • Lassen Sie Ihr Baby häufiger trinken, da Ihr Baby bei Fieber mehr Flüssigkeit verliert
  • Wadenwickel bei warmen Beinen
  • Leichte Kleidung, um vor Überwärmung zu schützen

 

Der Fieberkrampf

Fieberkrämpfe treten nicht nur bei hohem Fieber auf, sondern bereits schon bei 38,5°C und sind genetisch, d.h. sie kommen in einigen Familien gehäuft vor, weil die Disposition vererbt wird. Ein Fieberkrampf ist ein Notfall, weshalb in solchen einem Fall der Rettungdienst unter 19222 sofort verständigt werden sollte.

Was sind Symptome des Fieberkrampfs?

Das Kind ist bewusstlos und reagiert nicht auf Ansprache. Es zeigen sich rhythmische Zuckungen der Arme und Beine. Das Kind ist meist blass und atmet teilweise unregelmäßig, eine Blaufärbung der Lippen kann vorkommen. Der Kopf ist überstreckt und die Augen nach oben verdreht. Bei älteren Kindern kann man unwillkürlichen Urin- und Stuhlabgang beobachten.

 

Husten und Bronchitis

Bei einem leichten Husten ohne Fieber kann man zunächst abwarten. Einige Babys husten auch um Aufmerksamkeit zu bekommen. Dabei haben sie jedoch einen trockenen Husten und sie husten situativ, d.h. nicht im Schlaf. Wenn Ihr Baby stark hustet und verschleimt klingt, sollten Sie unbedingt zum Arzt, da es sich auch um eine Bronchitis oder Lungenentzündung handeln kann, die mittels Antibiotika oder krampflösenden Sprays behandelt wird.

 

Ab wann sollte man mit dem Baby zum Arzt?

wenn das Baby:

  • länger als 3 Tage Fieber hat
  • apathisch wirkt und nicht trinkt
  • stark hustet und schneller und keuchend atmet
  • einen Fieberkrampf hat (unverzüglich, Notfall!)
  • Kopfschmerzen hat und bei Erbrechen
  • Hautausschläge hat
  • jünger als 3 Monate ist