„Ein Tropfen hier und da kann ja wohl nicht schaden!“ - leider hört man diesen Satz immer noch viel zu häufig. Denn die Verdrängung möglicher Konsequenzen des Alkoholkonsums in der Schwangerschaft führt regelmäßig zu schweren Komplikationen bei der embryonalen Entwicklung. Dabei sind die meisten dieser lebenslangen Folgen ebenso leicht zu vermeiden, wie zu verursachen, denn wenn es bloß „ein Tropfen“ ist, der „hier und da“ angeblich nicht schädigend sein soll, dann kann man auch getrost auf ihn verzichten.


Allein die Tatsache, dass es keinen gewissermaßen unbedenklichen alkoholischen Grenzwert gibt, ab dem das Risiko einer Schädigung des Kindes steigt, legt nahe, jeglichen Alkoholkonsum für die Dauer der Schwangerschaft einzustellen. Bislang konnte nicht nachgewiesen werden, dass exzessiver Alkoholkonsum folgenreicher für die kindliche Entfaltung sein soll als der Konsum geringer Mengen. Vielmehr ist Alkoholkonsum in der Schwangerschaft per se risikoreich. Studien haben nachgewiesen, dass Alkohol das Zentralnervensystem des Fetus schädigt. Dies vor allem deshalb, da Alkohol auch in die Plazenta eindringt, mit welcher der Embryo via Nabelschnur verbunden ist und somit in ständigem Austausch mit der Mutter steht.


Ein absoluter Alkoholverzicht während der Schwangerschaft sollte somit für jede werdende Mutter eine Pflicht und Selbstverständlichkeit sein. Leider ist dies nicht der Normalfall, denn in Deutschland sind es ganze 80 Prozent der Frauen, die in der Schwangerschaft hin und wieder zu alkoholischen Getränken greifen. Dies hängt zum einen damit zusammen, dass viele Frauen gar nicht wissen, dass sie schwanger sind. Zum anderen unterschätzen viele schlicht und ergreifend die Gefahr, die der Alkohol für den Fetus mit sich bringt. Auch lassen sich viele zu gegebenen Anlässen zu dem einen oder anderen „Schlückchen“ überreden. So auch nicht selten im Kontext sogenannter Babypartys. Hier gilt es für die werdende Mutter von Anfang an klar zu machen, dass sie hundertprozentig abstinent ist und - zumindest für sich - keinen Alkohol auf der Party wünscht. Dazu lässt sich bereits in der Einladungskarte ein entsprechender Hinweis unterbringen. Dies können Sie bei der Gestaltung der Karten problemlos in den Einladungstext integrieren. Und falls es Ihnen doch mal schwer fallen sollte, auf Alkohol zu verzichten, bietet es sich an, einen Schwangerschaftskalender zu führen, in welchem Sie den Entwicklungsstand Ihres Babys nachverfolgen. So können Sie sich jeder Zeit vor Augen führen, wie wichtig Ihre Abstinenz ist und ferner, wie lange Sie überhaupt noch aushalten müssen. Ein nützliches Tool ist hierfür der Schwangerschaftswochen Rechner .


Hirnorganische Schädigungen durch Alkoholkonsum sind nicht revidier- bzw. therapierbar. Sie bleiben ein Leben lang, und es ist das Kind, das mit den Folgen zu Recht kommen muss. Körperliche Schäden wie Herzfehler können dagegen oftmals operativ behoben werden - was natürlich keinesfalls eine Legitimation für den Alkoholkonsum darstellt. Medizinisch werden alkoholbedinge Schädigungen des Kindes als „Fetale Alkoholspektrum-Störungen“ bezeich-net. In Deutschland kommen jährlich 2.000 bis 4.000 Kinder mit entsprechenden Störungen zur Welt. Kinder, die mit einer Fetalen Alkoholspektrum-Störung geboren werden, weisen je nach Schweregrad der Schädigung, körperliche, psychische, soziale und/oder emotionale Be-einträchtigungen auf, die auch äußerlich sichtbar sind (u.a. Untergewicht, flaches Mittelge-sicht, großer Augenabstand). Schädigungen, die dagegen nur das Zentralnervensystem betreffen und äußerlich nicht sichtbar sind, werden als partielle Fetale Alkoholspektrum-Störung bezeichnet. Diese tritt am häufigsten auf. Interessierte können/sollten für eine ausführliche Auskunft ihren Haus- und/oder Frauenarzt konsultieren oder entsprechende Kurse und Vorträge besuchen (ggf. bei der jeweiligen Krankenkasse erkundigen).